Akteur vs. System (#ifwv)

Es ist nur allzu leicht, auf andere zu schimpfen; und wir tun das oft und gerne und in der Regel recht ausgiebig. Und dabei ist es eigentlich vollkommen irrelevant, um was es im speziellen geht. Ob das Banken sind, Politiker oder Konzernchefs; auch Lehrer und Ärzte sind ein sehr willkommenes Ziel dafür – vor allem für Projektionen unserer eigenen Probleme. Wir übersehen dabei aber etwas ganz essentielles, nämlich: erstens ändert das nichts und zweitens bringt es überhaupt nichts, wenn wir uns über die Akteure aufregen.

Warum ist das so?

Der jeweilige Akteur (wie gesagt, ob Banker, Politiker oder Lehrer, vollkommen egal) kann sich nur halten, wenn er mit dem System agiert und das ist der springende Punkt. Anderenfalls wäre es ja kein oder zumindest kein erfolgreicher Akteur mehr in diesem System.

Ganz wichtig: es geht hier um Hintergründe und ein Grundverständnis! Es darf NICHT darum gehen, die AKteuere an sich anzugreifen!

Schauen wir uns das anhand von einigen Beispielen an, weil so ist es am leichtesten zu erklären. Das Paradebeispiel sind, wie so oft, die Politiker. Über die regen wir uns besonders gerne auf. Wenn die Politiker bzw. die Parteien tatsächlich Politik für die Menschen machen würden, dann kämen sie nicht an die Macht. Beziehungsweise, wenn sie an der Macht sind und dann einen „moralischen Anfall“ bekämmen und tatsächlich Gesetzesentwürfe vorlegten, die den Menschen, der Mehrheit dienen (und nicht nur dem Kapital), dann wären die ganz schnell weg vom Fenster! Wenn sie Glück haben nur im medialen Bereich, wenn sie einem zu großen Gegner ans Bein gepinkelt haben, dann sind sie vielleicht ganz weg. Beispiele auf der Welt gibt es dafür genug.

Das eine ist natürlich das Kapital und die Mächte und die Konzerne, die dahinter stehen – wissen wir alle dürfen nicht darüber reden, aber es ist trotzdem so und wir wissen es alle. Aber der zweite noch viel wichtigere Punkt wäre oder ist, wenn der Politiker tatsächlich die Wahrheit sagte und die Zusammenhänge in unserem System hinterfragtund Reformen will (ob bei Ernährung, Gesellschaft, Gesundheit, egal es betrifft alle Bereiche), dann hat er schlicht und ergreifend keine Wähler mehr. Warum? Veränderung ist meist anstrengend und Neues macht uns oft Angst.

Der Wähler will die Verantwortung abgeben (und sich dann aufregen darüber, dass sie das alles nicht gescheit machen). Aber er will bloß nichts ändern. Es soll alles so bleiben, wie es ist (gleichzeitig soll aber alles besser werden). Wie krank das eigentlich ist, wird bei näherer Betrachtung schnell klar. Aber die meisten denken so. Die anderen sollen die Probleme lösen. Deswegen rennen wir zur Wahl, machen unser Kreuz irgendwo, damit wir unser Gewissen beruhigen und sagen können „Ich habe meine Bürgerpflicht getan! Die Politiker sind Schuld, dass sich nichts ändert“.

Wie gesagt, wenn das System so ist, wie es ist, dann können die Akteure auch nur so sein, wie sie sind! Das ist ganz einfach.

Ein anderes Beispiel sind Ärzte; über die könnte man sich wunderbar aufregen! Die Schulmedizin – was die zum Teil für Schäden verursachen – für einzelne Menschen und die ganze Gesellschaft! Natürlich, sie bringt viel Gutes, das ist unbestritten (man stelle sich nur mal vor, vor 100Jahren Zahnschmerzen gehabt zu haben!), aber es wird leider auch sehr viel Unheil über die Menschheit gebracht.

Da muss man sich nur ein einziges Beispiel anschauen: Ritalin. Wir setzen unsere Kinder unter Drogen, weil sie nicht ruhig sitzen können. Nach der Schule setzen wir sie dann vor eine Spielekonsole, vor den Fernseher oder sonst etwas, weil wir ja keine Zeit für sie haben und selbst den ganzen Abend davor sitzen. Und dann müssen wir sie mit Drogen ruhig stellen! Wenn das nicht krank ist!

Aber zurück zu den Ärzten – was soll der machen? Das System ist schon so aufgebaut, dass die nicht aus können. Allein bei der Ausbildung beginnt das mit den Förderungen und der Bewerbung durch Pharma-Firmen & Co. Dann braucht der Arzt Verträge, ein Netzwerk etc. Das baut alles auf ein komplett monetisiertes System auf (eh so wie alles andere auch). Und nur wer in diesem System mitspielt, also sich an die Regeln des Systems hält, der verdient auch was. Wenn du dagegen ankämpfst, dann wirst du keine Karriere machen.

Würde der Arzt tatsächlich auf die Ursachen deiner Erkrankung eingehen, statt nur die Symptome zu behandeln, dann würden zwei Dinge passieren:
Erstens wird es sich selbst ruinieren, weil er seinen Ruf in der Ärzteschaft verliert, damit sein Netzwerk, seine Verträge usw.
Das zweite ist das viel tragischere Problem (weil, das ist wirklich deprimierend).
Die Patienten bleiben aus!
Da ist der gleiche Mechanismus, wie bei der Politik, wo wir sagen, wir wählen die und damit sind die verantwortlich und wir können auf sie schimpfen. So ist es genau das gleiche beim Arzt. Wir fressen unser ganzes Leben lang Junk-Food, ruinieren uns den Magen, fangen uns Herzkrankheiten ein, bekommen Diabetes und so weiter. Dann gehen wir zum Arzt und wollen eine Pille, damit die Probleme aufhören.

Man stelle sich vor, der Arzt sagt zu uns, „Bitte hören Sie auf Fleisch/tierische Produkte (in diesem Ausmaß) zu essen! Schränken Sie das Rauche/Trinken ein. Bewegen Sie sich, gehen Sie an die frische Luft. Trinken Sie viel Wasser! Dann wir das besser.“

Was würden 80% der Patienten machen? Richtig, sie würden den Arzt wechseln!
Selbst wenn sich das so herumsprechen würde in der Ärztelandschaft (die wissen das sowieso – das sind doch keine Idioten! Aber sie sind nun mal Akteure im System. Wenn sie sich nicht entsprechend verhalten, werden sie nichts verdienen), wäre das keine Lösung. Angenommen, es würden immer mehr Ärzte ihren Patienten die Hintergründe/Ursachen für deren Leiden erläutern („Hören Sie auf, permanent Fleisch zu essen, dann haben Sie auch kein Fett-Herz“), dann würden die Leute einfach zu einem anderen Arzt gehen! Und zwar so lange den Arzt wechseln, bis sie den Arzt finden, der ihnen irgendeinen Cholesterinsenker, Magentablette, Blutverdünner, … je nach Krankheitsbild, verschreibt, der das Symptom überdeckt. Wir wollen zwar alle, dass es uns besser geht, aber wir wollen nichts ändern.

Ein weiteres Beispiel: schauen wir uns sie Lehrer an. Der Lehrer muss sich an die Vorgaben, den Lehrplan, etc. halten. Wenn er etwas ändern will, dann wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur auf Widerstand stoßen. Das fängt bei den Kollegen schon an, über die Direktion, den Schulrat, die Gesetzgebung; und die Eltern spielen da auch noch mit. Von wegen: „Was hat der für komische Ideen, das war immer schon so.“ Das heißt, eine Reform vom Schulsystem ist extrem schwer (eh so wie in vielen anderen Systemen auch). Das heißt, der Lehrer muss sich anpassen, da er sonst keine Karriere macht – und im Extremfall vielleicht sogar seinen Job verliert.

Wenn du schulpflichtige Kinder hast, kannst du das recht gut beobachten – wenn nicht, dann rede mit Bekannten, die schulpflichtige Kinder haben, die sollen dir was erzählne. Die jungen Lehrer haben noch Ideen, die sind noch idealistisch unterwegs, die möchten noch was ändern, die bringen vielleicht neuen Schwung in den Unterricht rein. Die sind meist auch viel ruhiger im Umgang mit den Kindern (nicht alle schon klar, aber tendenziell). Dieses neue Ideen haben oder etwas ändern, reformieren wollen, das wird ihnen aber sehr schnell wieder ausgetrieben. Das ist quasi wie ein Kampf gegen Windmühlen; was willst du denn als junger Lehrer in einer Schule, wo 40 anderen Lehrer sind und 80% von denen sind schon abgestumpft und antriebslos. Du kämpfst gegen Windmühlen und kommst nicht weiter.

Das heißt, was wird passieren, wenn du älter wirst und länger dabei bist? Du wirst dich anpassen, du wirst diesen Antrieb verlieren und im schlimmsten Fall nur mehr auf die Pension warten. (Das ist natürlich ein bisschen überspitzt dargestellt und, wie eingangs schon erwähnt, es geht nicht darum, diese Akteure anzugreifen! Es geht nur darum zu verstehen, warum sie so agieren. Das wird vor allem beim nächsten Beispiel ganz wichtig.)

Der Konzernchef, der ist genau genommen nicht dafür verantwortlich, dass er so einen Schwachsinn verzapft! Wenn man sich anschaut, was die für Argumentationen bringen, wo es jedem normal denkenden Mensch die Nackenhaare aufstellt! Aber der kann gar nicht anders – weil er sonst seinen Job verliert.
Das einzige Ziel einer Aktiengesellschaft (und das ist per Definition so; das ist jetzt keine Verschwörungstheorie oder Schwarzmalerei!) ist die Mehrung von Kapital – die Aktiengesellschaft hat einen einzigen Sinn und einen einziges Existenzzweck, und das ist, die Nuller am Konto der Aktionäre zu vermehren. Alles andere hat keinen Platz in der Wirtschaft. Und dabei ist es vollkommen egal, worum es geht; soziales Engagement, Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Menschenrechte, ….. das ist alles uninteressant. Es hats ich ausnahmslos alles der Gewinnmaximierung unterzuordnen.

Natürlich, für die Marketing Abteilung sind solche Themen sehr interessant; das kann man schön in Prospekte und Webseiten schreiben und irgendwelche karitativen Vereine unterstützen (mit 0,0001% vom Umsatz) damit man sich das schön auf die Fahnen heften und damit den Umsatz steigern kann.
Aber das ist nur Mittel zum Zweck.Diese DInge interessieren Aktiengesellschafte nicht im Geringsten (nochmals: hier geht es nicht dazum zu klagen oder die hier aggierenden Menschen [pauschal] anzugreifen! Es sollen nur die zugrundeliegenden Mechanismen aufgezeigt werden!)

Zurück zum Konzernchef: wenn dieser nur einen Millimeter von diesem Konzept abweicht, dann ist er sofort durch einen anderen ersetzt. Das darf man nie übersehen! Natürlich können wir schimpfen auf den Typen „Wie asozial ist der denn? Hat der keine Kinder? Wie kann man halb Afrika das Wasser abgraben und sich dann noch in den Spiegel schauen?“
Und wie gesagt, wenn der es nicht macht, macht es ein anderer; und es findet sich immer einer, der das macht.

Aber wir dürfen ruhig auch bei uns selber anfrangen (von wegen „erster Stein“ und so). Wir sind alle komplett Geld-geil und gierig. Wenn der Kollege mehr verdient als wir sinkt schon unser Einsatz, o.ä.

Ein anderes Beispiel ist der Banker. Es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass ein Banker glücklich ist, wenn er einer Familie oder einem Familienerhalter den Kredit fällig stellen muss. Nur, was soll er machen? Der hat ja keine Wahl. Wenn er einen moralischen Anfall bekommt, und sagt „He, das können wir nicht machen“ Der hat drei Kinder zu ernähren.“ Was wird passieren? Genau, der wird seinen Job verlieren! …und sein Kollege wird den Kredit fällig stellen von dem Kunden, fertig. Es wird nichts daran ändern, wenn sich dieser eine Akteur plötzlich ändert.
Außer für ihn natürlich, da ändert sich viel; der hat vielleicht selbst eine Hypothek und drei Kinder. Das heißt, dann sieht oder spürt er am eigenen Leib, was sein bisheriges Handeln  bei anderen verursacht hat. Mit Fälligstellung, Verpfändung und solche Sachen.

Aber wie gesagt, wie alle anderen auch, steckt er in diesem System fest. Je schlimmer so etwas ist (eben ein System, Banken sind ein gutes Beispiel dafür), desto mehr wird natürlich von den Obrigkeiten dagegen gesteuert. Mit Seminaren, Schulungen, etc.; es wird permanent Propaganda gemacht, damit die Leute, das Ganze einerseits nicht durchschauen, was sie mit ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Andererseits, wenn sie es doch verstanden haben, dass sie es gleich wieder umpolen und mit Argumenten widerlegen – damit sich die überhaupt selbst in den Spiegel schauen können.

Nach diesen Beispielen wird der, in der (Selbst-)Reflexion noch nicht so geübte, Leser das Ganze jetzt ggf. als Grund auffassen können, sich wieder aufzuregen – über diese Akteure. Deshalb gibt grundsätzlich für alle diese Akteure:

Das sind keine schlechten Menschen per se!
Es gibt sicher schlechte Ärzte, Politiker, Lehrer, Firmenchefs, egal wo du hinschaust. Es gibt immer die „Bösen“ aber und immer die „Guten“. Das ist überall so. Aber nur weil einer Politiker ist, ist er deshalb nicht grundsätzlich schlecht/verlogen/hinterhältig/was auch immer. Es ist vielmehr so, dass diese Menschen in diesen Systemen mit der Zeit so werden. Es dürfte doch wohl eher unwahrscheinlcih sein, dass eine Krankenschwester/Pflegerin, die ruppig und garstig zu den alten Leuten ist, aus diesem Grund diesne Job gewählt hat. Oder dass die Lehrer, die die Kinder wirklich nur mehr anschreien und anschnauzen, frustriert und böse sind, dass die deshalb Lehrer geworden sind, damit sie kleine Kindern anschreien können.

Sondern die sind in diesem System gefangen, irgendwann verlieren sie ihren Drang und Enthusiasmus und Idealismus und dann werden sie einfach so wie alle anderen, das ist überall so.

Selbst wenn jemand mit ehrenhaftem Ziel startet und wirklich überzeugt davon ist – er hat zwei Möglichkeiten:
Das eine ist, er versagt, weil es an seinen Überzeugungen festhält und damit gegen das System ankämpfen muss (bzw. sich das System gegen ihn richtet), oder die zweite Möglichkeit, er passt sich an, um zu überleben. Das heißt, er redet sich das System, beziehungsweise sein eigenes Handeln schön, um sich selbst in den Spiegel schauen zu können und um nicht irgendwann in Selbsthass zu versinken.

Das ist auch der Grund dafür, warum wir permanent von Propaganda (und dieses Wort ist nun bewußt so gewählt) überflutet werden, die uns einredet, dass es nur diesen Weg und keinen anderen gibt. Dass nur Egoismus, Gier und Macht zählen, und sich alles andere diesen „Werten“ unterzuordnen hat. Dass es gut und gerecht ist, dass wir in Wohlstand und Überfluss ersticken, während die halbe Welt verhungert und in Krieg und Chaos versinkt (letztlich nur wegen unserer Gier nach Fleisch und Öl! Das wollen wir nicht hören/lesen, aber dennoch ist es so!)

Als Fazit: es ist wichtig zu verstehen, der Akteur kann sich nur systemkonform verhalten, sonst kann er darin nicht bestehen, beziehungsweise aufsteigen.

Wenn wir bessere Ärzte, Politiker, Lehrer etc. haben wollen, dann müssen wir das System ändern. Dann betreten ganz automatisch auch die entsprechenden Akteure die Bühne. Weil die Akteure entsprechen immer dem System, in dem sie agieren. Wenn sich das System ändert (unabhängig ob ins positive oder negative), dann ändern sich auch die Akteure darin.

Schauen wir uns das noch ganz kurz an zwei, drei Beispielen an:

Fahrradweg, ganz schlicht und ergreifend. Wenn nur ein paar Leute mit dem Rad fahren, dann wir sicher kein Radweg gebaut. Weil, wer soll das zahlen? Wofür? Da regen sich die Autofahrer auf  „He, was soll das? Wir haben keinen Platz mehr für unsere Autos!“
Wenn es aber immer mehr Menschen werden, die mit dem Rad fahren, dann wir das auch wahrgenommen – zBsp. vom Bürgermeister. Und dann werden Radwege gebaut. Warum? Weil der Bürgermeister Stimmen braucht und wenn plötzlich 30% seiner Gemeinde Rad fahren, dann wird er sich denken „Ich baue einen Radweg, dann habe ich schon 30% der Wählerschaft auf meiner Seite“.
Das ist ganz normal. Über das brauchen wir uns nicht aufregen.Ganz im Gegenteil. Ein hilfreicher Ansatz bei solchen Dingen ist:

„Ärgere dich nicht über das System. Nutze es!

Sprich, wenn du einen Zusammenhang verstanden hast, dann ärgere dich nicht drüber – und wenn, dann halt nur kurz – und aber dann schaue, wie kannst du das nutzen? Im Idealfall natürlich zum Besseren hin.

Bio-Lebensmittel

Ein weiteres Beispiel (es ist eh logisch, wenn man drüber nachdenkt, es geht nur um die Bewusstseinsbildung), Bio Lebensmittel.
Wenn wir das Zeug kaufen, dann wird es auch produziert, gefördert und dann werden die gesetzlichen Bestimmungen und die politischen Systeme sich dem anpassen.

Kleine Anekdote des Autors:

Wir haben Bio-Blumenzwiebel geschenkt bekommen (Tulpen oder soetwas) – und mein 8-jähriger Junior schaut sich das Packerl an, schaut mich an und sagt:
Das ist Bio. Was bringt denn das? Die essen wir ja nicht!
Ich habe zu ihm gesagt: „Das stimmt, hab‘ ich mir auch gedacht, eigentlich unnötig.
Und während ich das ausgesprochen habe, ist mir ein Gedanke gekommen und ich hab‘ zurückgerudert: „Nein, stopp, warte. Das ist richtig, wir essen es nicht – aber immerhin, wenn das Bio ist, dann ist für die Produktion dieser Blumenzwiebel keine Chemie eingesetzt worden.

Auch wenn wir als Familie das natürlich nicht esse und wir jetzt keinen direkten persönlichen Vorteil oder Nachteil haben, ob das Bio ist oder nicht: es ist weniger Chemie verwendet worden, um dieses Produkt herzustellen! Weniger Belastung für die Umwelt, weniger Belastung für die Menschen, die dort arbeiten, weniger umsatz für die Erdöl-/Chemie-Industrie, mehr Umsatz für die Hersteller biologischer Düngemittel, usw. …

Deshalb wäre es eine gute Idee: egal was du kaufst (nicht nur bei Lebensmitteln), schau‘, ob es eine „Bio Variante“ gibt.
Auch ganz banale Dinge: wenn du eine Nagelbürste kaufst – vielleicht gibt es die auch aus Holz, mir Naturborsten, o.ä.

Um nicht noch weiter abzuschweifen: wenn wir diese Bio Lebensmittel kaufen, dann werden die auch produziert. Wenn wir den Herstellern/Händlern diesen ganzen chemischen Dreck in den Regal versauern lassen, dann werden diese Dinge nicht mehr produziert.
Es ist tatsächlich so einfach. Das sind ganz einfache Zusammenhänge.
Das gilt sowohl für die Politik als auch für die Wirtschaft. Du hast die stärkste Waffe der Welt in den Händen, da kann nichts mithalten. Die stärkste Waffe auf der ganzen Welt ist immer noch deine Geldbörse.

Du bestimmst mit deinem Konsumverhalten, was produziert wird.

Das heißt, wir brauchen uns nicht über die Politiker aufregen, weil die die Gesetze nicht entsprechend machen, damit Biolebensmittel gefördert werden, sondern gehe hin und kaufe es.

Elektromobilität

Das gleiche gilt für die Elektromobilität. Wir müssen Elektroautos kaufen, dann werden sie auch produziert.

Schon klar, das ist eine schwieriges Beispiel, weil diese Fahrzeuge noch empfindlich teurer und aufwendiger sind und die Infrastruktur passt auch noch nicht so recht. Das ist natürlich etwas, was man sich leisten können muss, das ist klar. Das ist halt leider nichts den normalen Handwerker oder kleinen Angestellten, der kann sich kein Elektroauto um das doppelte Geld kaufen, das ist richtig. Aber ein Ausweg wäre hier zumBeispiel, Mini-Autos kaufen!
Warum fahren wir alle mit riesigen Autos herum, die 7,8,9 Liter Diesel verheizen, wenn es Autos gibt, die mit 3 Liter auch fahren. Und, wenn die schon für 3 Liter produziert werden, dann schaffst du es mit 2 ½ Liter auch (mit entsprechendem Fahrverhalten – siehe „schone Dein Auto [folgt in Kürze]).

Wenn wir das tun, wenn mehr Elektroautos gekauft werden, dann wird auch die Infrastruktur entsprechend ausgebaut, das ist ganz einfach.
Überlege einmal: Politik und Wirtschaft – die sind in Wirklichkeit rückradlos, die sind weich, die passen sich immer der Menge an. Je mehr Leute auf Elektromobilität umschwenken, desto mehr entsprechende Angebote wird es geben. Warum gibt es so ein riesiges Angebot an SUVs? Weil WIR das wollen, weil WIR diese Autos kaufen! Lassen wir ihnen diese Kolosse in den Schauräumen stehen und kaufen die kleinen Zwerge – dann werden die Hersteller auch reagieren und entsprechende Fahrzeuge produzieren.
Wenn wir also vermehrt Elektro- oder zumindest spritsparende Autos kaufen, also die Nachfrage steigt, zieht das Angebot zwangsläufig nach und der Preis sinkt mit der Zeit.

Das ist genauso wie bei Biolebensmitteln – vor 20 Jahren war das noch sündhaft teuer. Heute aber ist das durchaus leistbar.
Natürlich ist Bio ein bisschen teurer, weil es eben Bio ist. Das ist nicht so lange haltbar, da hast du mehr Ausfällte bei Produktion, Lagerung, Transport, etc. Weil eben keine Chemie dabei ist. Aber was soll’s? Das kann für den Großteil der Bevölkerung kein Thema sein, die paar Euro, die das Bio Zeug mehr kostet. Das ist, wenn überhaupt, nur eine Ausrede.Die meisten die solche Argumente vorbringen haben Handys, Flachbildfernseher und andere Konsumgüter inPreisklassen, dass man sich nur noch an den Kopf fassen kann. ABer das Essen ist zu teuer!

An die Erbsenzähler ;)
JA, es gibt Menschen, die können sich das wirklich nicht leisten – aber das sind (statistisch gesehen) so wenige, dass sie hier gerade nicht relevant sind. Natürlich ist es wichtig, auch dieses Thema/diese Menschen zu beachten und Lösungen zu finden – das wir dan gegebener Stelle auch sicher passieren!

Nur wenn wir unser Konsumverhalten ändern, dann verändert sich auch etwas an den Produktionsbedingungen, dem Transportwesen, usw.

Ärzte und das Gesundheitswesen

Als letztes Beispiel noch die Ärzte bzw. das Gesundheitssystem. Wenn du zum Arzt gehst, und er dir irgendeine Pille zur Überdeckung der Symptome verschreibt –  es zwingt dich niemand, die zu schlucken. Es ist deine freie Entscheidung, du bist erwachsen, du kannst selbst denken, niemand wird dich zwingen diese Chemie Cocktails runterzuschlucken. Das heißt nicht, dass man dagegen sein soll. Oder grundsätzlich gegen alles sein soll. Natürlich spricht nichts dagegen, sich Rat und Know-How zu holen! Geh‘ zum Arzt und hole dir sein Fachwissen, die Diagnose. Der soll Befunde erstellen etc. Weil dafür hat er studiert, er weiß ja auch mehr als du. Ist doch klar, wir können nicht alle alles wissen.

Aber, und das ist der springende Punkt, vor der Behandlung durch die Schulmedizin, mache dich selbst schlau. Es hat jeder einen Internetzugang. Vor allem, was ganz wichtig ist, versuche in Erfahrung zu bringen, woher kommt diese Erkrankung oder woher kann sie kommen.

Wenn du zum Beispiel Magenprobleme hast, könnte vielleicht Stress die Ursache sein. Da bringt es nichts, wenn du eine Tablette nimmst, die deine Magensäure reduziert (was übrigens mit Natron oder Basenpulver sehr viel billiger und gesünder geht [natürlich nur punktuell! Auch Natron ist auf Dauer nicht gesund – weil es eben nur ein Symptom behandelt]).
Überlege dir:  woher kommen diese Probleme. Das Intranet ist voll von Informationen.

Wenn du Rückenschmerzen hast, hast du unter Umständen zu hohe Belastungen in deinem Leben, welcher Art die auch immer sind. Das können finanzielle Belastungen sein, oder Überlastung im Job/in der Familie, … Belastungen können sich auf lange Sicht in Rückenschmerzen ausdrücken.

Wenn du permanent erkältet bist, hast du vielleicht einfach die Schnauze voll vom Leben oder einer Beziehung, deinem Job, was auch immer.

Oder, wenn du  depressiv bist, hast du vielleicht keine Ziele oder keinen Sinn in deinem Leben. Nicht falsch verstehen, es soll hier nicht ins esoterische abgedriftet werden, aber versuche herauszufinden, woher die Erkrankung kommt.
Nur wenn du die Ursache kennst, kannst du eine Lösung dafür finden. Du musst die Ursache „bekämpfen“, nicht die Symptome.

Wenn man sich über das Gedanken gemacht hat, dann kann man sich über die Behandlung Gedanken machen. Versuche auf natürlichen Weg dem beizukommen, was dich beeinträchtigt. Mit Kräutern, viel Sonne, Wasser, Sole, Bewegung, frischer Luft, Atemübungen, tief atmen

Das ist etwas, wobei sich jeder denkt „Was soll der Blödsinn, ich atme eh.“ Ja richtig, wir atmen durch das automatische System, so dass wir nicht ersticken. Aber probiere einmal eine Woche lange, jeden Tag, 2 mal am Tag ein 2-3 Minuten wirklich tief zu atmen, bewusst. Tief einatmen und ordentlich ausatmen. Tief einatmen, ordentlich ausatmen. Zwei Minuten lange. Das ist am Anfang eh anstrengend genug, wenn man es nicht gewohnt ist. In der Früh und am Abend. Und dann erzähl‘ uns in einer Woche, dass es dir nicht ganz anders geht!

Es gibt sehr viele ganz einfache Dinge, die die Menschheit immer schon gewusst hat, die uns von der sogenannten „Aufklärung“ erfolgreich ausgetrieben worden sind, alles was Naturheilkunde und dergleichen  betrifft. Du darfst als Hersteller nicht einmal mehr auf einen Kräutertee eine gesundheitsfördernde Wirkung auf die Packung drauf schreiben, da machst du dich strafbar. Weil du einer Natursubstanz keine heilende Wirkung unterstellen darfst. So weit sind wir schon in unserem System.

Also, hole dir sehr wohl das Fachwissen von der Schulmedizin, aber du bist selbst erwachsen und hast Eigenverantwortung. Bevor du deine Behandlung beginnst, informiere dich; woher kommt die Erkrankung, wie man kann sie auf natürlichem Wege behandeln. Vor allem aber die Ursachen auflösen, nicht bekämpfen wohl gemerkt.

Ganz wichtig, beziehe die Psyche mit ein. Das wird extrem unterschätzt von unserem System oder von uns allen. Die Psyche ist Hauptursache für unsere Krankheiten.

Du siehst, dieses Thema liese sich unendlich weiterführen. Es geht schlicht und ergreifend darum:
Wenn uns die Akteure stören, beziehungsweise deren Verhalten, dann ändern wir das System, weil dann ganz automatisch auch andere Akteure erscheinen.

Wenn wir andere Parteien wählen, dann betreten andere Politiker die Bühne.
Wenn wir die Produkte von nachhaltigen und moralisch „besseren“ Unternehmen kaufen, dann werden diese Unternehmen auch gegründet und mehr davon entstehen.

Ja, das ist eine Milchmädchen Rechnung – aber sie geht auf!

Nur müssen wir es einmal tun.
Wir müssen in die Gänge kommen, das bleibt uns nicht erspart.

Noch einmal:
Wenn wir die Akteure im System ändern wollen, dann müssen wir das System ändern.

Und, ändern können nur wir etwas. Und da eben nur uns selbst. Alles andere geschieht automatisch.
Mahatma Gandhi hat schon gesagt:

Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.

Treffender kann man es nicht ausdrücken.

Hier sei’s nun (vorerst) genug der Worte.
Aber uns würde brennend interessieren, wie DU über dieses Thema denkst!
Wenn Du auch eine Meinung dazu hast, Erfahrungen erzählen und/oder Dich mit Gleichgesinnten austauschen möchtest, schau‘ in unserem MTU-Forum vorbei und schreib’s Dir von der Seele!